Veredelungstechniken

Warum veredeln?

 

Die Veredelung einer Pflanze geschieht immer mit Sorten, die ähnliche Eigenschaften haben. Die Grundsorte soll erhalten, jedoch mit besonders guten Eigenschaften anderer Pflanzen kombiniert werden. Bei den Obstbäumen sollen Größere Früchte und mehrere Sorten auf einem Baum wachsen.

 

Wann veredeln?

 

Die beste Zeit ist von April bis Mai. Hier schießen die Säfte ins Gehölz und bieten somit den perfekten Nährgrund.

 

Was muss man beachten?

 

Damit alles zum Erfolg führt, müssen Unterlage und Edelreiß nah miteinander verwandt sein.

 

Die Veredelung vorbereiten

 

Man schneidet die Edelreiser im Dezember oder Januar. Dann wenn sie in völliger Winterruhe sind.

Wenn möglich, lagert man diese in einer Kühlzelle (damit sie nicht vortreiben und sie nicht austrocknen). Das Werkzeug mit dem man die Edelreiser schneidet, sollte frisch geschliffen und auch keimfrei sein, damit sich keine Pilze auf dem Schnitt und somit später im Baum ablagern.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Baum zu veredeln. Doch dies hängt auch von der Jahreszeit ab.

1. Möglichkeit: Kopulationschnitt

 

Im Februar bis April bringt der Kopulationschnitt die besten Ergebnisse. Der Edelreis, sowie der Ast haben die gleiche Stärke. Jeder der beiden wird keilförmig geschnitten, so dass beide deckungsgleich aufeinander passen und somit wieder ein Stamm ergeben.

Wenn alles sitzt, verschließt man die „Wunde“ mit Wundschutzmittel, damit kein Wasser oder Luft an die Rinde dringt.

Schon bald wachsen viele kleine Triebe, die man jedoch „ausräubert“, sie entfernt, damit der Ries gerade wachsen kann.

 

2. Möglichkeit: Okulationstechnik

 

Im Juli und August ist die Okulationstechnik besser geeignet. Dazu schneidet man aus einem frischen Zweig eine kräftige Knospe und befreit dieses Auge von anhaftendem Holz. Unterhalb des Auges bleibt etwa ein Zentimeter Rinde, oberhalb etwa zehn Zentimeter. Die Rinde der Unterlage schneidet man T-förmig ein und löst sie vorsichtig. Dahinter klemmt man die Rinde des Edelauges. Den überstehenden Zipfel oben schneidet man ab.

 

Bast und Wundverschluss oder ein Spezialfilm schützen die Veredelungsstelle. Ein Jahr später, zur Zeit des Austriebs, schneidet man die Seitentriebe der Unterlage ab. Auch auf der unteren Hälfte des neuen Edelreises werden die Seitentriebe entfernt. Nur in dem Bereich, in dem die Krone aufgebaut werden soll, bleiben die Triebe stehen. Wiederum ein Jahr später hat man eine einjährige Edelsorte.

 

3. Möglichkeit: Pfropfen

 

Ende April bis Mitte Mai ist die beste Zeit für das Veredeln mit der Pfropfmethode. Denn jetzt ist die Rinde gut abzunehmen. Man schneidet die Edelreiser wie bei der Kopulation zu, löst an den Aststümpfen der Unterlage die Rinde und schiebt den Keil des Edelreises fast ganz dahinter. Drei Knospen sollten noch herausschauen. Nun mit einem Nagel oder zwei Reißer die Rinde befestigen.

Zum Schluss geben wir noch Wundverschluss (Baumwachs) darüber.

 

Text: S.Bernecker

Frischer Trieb nach "Tittelpfropfmethode"
Frischer Trieb nach "Tittelpfropfmethode"

Bäume, schon immer hier auf Erden

Bäume, die uns für alle Zeit überdauern werden.

 

Samstag, 10.08.2019 ab 14:00 Uhr Tag der offenen Tür in unserem Lehrgarten